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Einstellungen zu Autismus/Asperger-Syndrom

Auf den vorangehenden Seiten konnten Sie Selbstdarstellungen individueller Menschen und Beschreibungen von Besonderheiten des Autismus/Asperger-Syndroms finden. Vielleicht sind Ihnen dabei unterschiedliche Einstellungen oder Bewertungen des Autismus aufgefallen: Einige Autoren drücken Leiden aus, andere nicht, weitere betonen sogar, daß sie ein zufriedenes Leben führen; einige scheinen ihren Autismus als Makel zu sehen, andere scheinen ihn sachlich hinzunehmen. Interessant ist, daß diese Unterschiede unabhängig vom "Schweregrad" zu sein scheinen.

Hier soll vertieft werden: Welche Einstellungen zu Autismus werden ausgedrückt? Wie bewerten Betroffene, die Öffentlichkeit oder Fachleute Autismus/Asperger-Syndrom: Ist Autismus eine Störung, eine Krankheit? Eine - wenn auch extreme - Möglichkeit des Mensch-Seins? Haben autistische Menschen denn der Gesellschaft etwas Positives zu bieten?

Und was bedeutet Autismus für einen autistischen Menschen selbst: Ist er dauerhaft in einem beklagenswerten Zustand? Falls er sich wohl fühlt und zufrieden mit sich ist, schätzt er sich dann "unrealistisch" ein? Muß ihm vielleicht sein Autismus bewußt gemacht werden mit dem Ziel, daß er "an sich arbeiten" und großen Aufwand treiben kann, sich anzupassen? Sollte er gar versuchen, unauffälliger zu sein als Nicht-Autisten, "über sich selbst hinauszuwachsen", "seinen Autismus zu überwinden"? Oder hat er gerade durch seinen Autismus Fähigkeiten und Möglichkeiten, die nicht-autistischen Menschen fehlen - befriedigende Begabungen oder auch besondere Fähigkeiten zu Glück?

Beachten Sie, daß sich verschiedene Einstellungen nicht gegenseitig ausschließen müssen. Z.B. könnte Autismus in mancher Hinsicht eine Behinderung sein, und gleichzeitig könnten spezielle Eigenarten sich als Stärken erweisen.

Autismus Bundesverband Der Paritätische Berlin