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Fotokurse im Bereich des Betreuten Einzelwohnens

Die Fotopädagogin Margret Uhrmeister entwickelte für Menschen mit ASS Fotokurse, die sie im Rahmen des BEW seit 2014 durchführt.

Das Anliegen ihrer Kurse ist es Fotografie als gemeinsame Freizeitaktivität zu etablieren und dadurch einen Austausch- und Kennenlernprozeß zu initiieren. Der erste Kurs "Ortwechsel – Perspektivenwechsel" fand mit Teilnehmern einer neu gegründeten Wohngemeinschaft statt, die gemeinsam durch das Fotografieren ihre Umgebung erkundeten. Der zweite Kurs "Bewegte Bilder – Porträt Experimente" widmete sich dem Thema der Körpersprache durch Skulpturstudien und Selbstinszenierungen.

Fotoübung Schattenboxen

Was wird durch Körpersprache erzählt? Die Teilnehmer fotografieren ihre Schatten und betrachten abstrahierte Körpersprache.

Fotoübung Gesten

Was erzählen Hände? Handgesten werden inszeniert und deren Bedeutung besprochen. Anschließend werden Skulpturen im Bode Museum Berlin unter diesem Aspekt fotografiert.

Der fotopädagogische Ansatz arbeitet auf drei Ebenen:

1. Visuelle Medienkompetenz

So wie die Bedeutung von Schrift und Wörtern müssen heute auch die Bedeutung visueller Information und die Elemente einer Visuellen Sprache erlernt werden. Die Kurse vertiefen die bisher erlernten Fertigkeiten visuelle Botschaften zutreffend zu interpretieren und solche Botschaften adäquat herzustellen. Daher wird neben dem Erlernen technischer Kompetenzen der Fotografie, besonderer Wert auf das Lesen von Bildern und das Erzählen mit Bildern gelegt. Gemeinsame Bildanalysen, Ausstellungsbesuche und eigene Präsentationen sind Bestandteil jeden Kurses.

Fotoübung Bemalung von Porträts

Was sind die besonderen Merkmale von Gesichtern? Die Teilnehmer bemalen frei assoziativ Prints der von ihnen fotografierten Skulpturen.

2. Neue Kommunikationsformen

Die Teilnehmer lernen durch das Medium der Fotografie Realität aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und abzubilden. Die naturgemäße Mehrdeutigkeit von Bildern erlaubt das unvoreingenommene Kennenlernen von neuen subjektiven Blickwinkeln. Die Bandbreite von emotionalen Botschaften von Bildern erweitert sich. Es gibt immer mehr als "ein" richtiges Bild!

Fotoübung Stilleben

Wie entstehen Bildgeschichten? Mit Obst und Gemüse experimentieren die Teilnehmer mit Farben, Formen und Arrangements.

3. Förderung der Alltagskreativität

Durch gezielte Fotoaufgaben finden die Teilnehmer spielerisch und experimentell neue Wege für kreative Lösungen. Das Innovationspotential des Einzelnen wird durch das Herstellen von Bildvarianten gefördert und durch die Auseinandersetzung mit anderen Bildlösungen in der Gruppe erweitert.

Fotoübung Perspektive

Ist das Glas halb leer oder halb voll? Die Teilnehmer fotografieren mit Wasser gefüllte Gläser aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Ausblick

Die Resonanz auf die Kurse war durchweg positiv. Aufgrund der wachsenden Nachfrage wird das Kursangebot stetig weiter entwickelt und vergrößert.